Formaldienst Einleitung: Dieser Ausbildungshinweis ist vom Jugendgruppenleiterlehrgang des Kreises Steinburg übernommen worden und soll eine Anleitung zum Formalen verhalten aller Feuerwehrangehörigen im Feuerwehrdienst sein. Um den Einsatzleiter die Übersicht über seine Kameraden zu erleichtern und um Bekanntmachungen und Befehle an Alle weitergeben zu können ist es erforderlich, dass die Mannschaft eine Befohlene Antreteform einnimmt. Die Auswirkung die die Feuerwehr in der Öffentlichkeit hat, macht es ebenso erforderlich, sich in einem geordneten Rahmen zu bewegen. Dazu sollte der Anzug aller, in einem guten Zustand und komplett angelegt sein. Um seine Kameraden richtig führen zu können, ist es wichtig, dass der Führende die Kommandos für alle hörbar, deutlich und richtig an die Mannschaft weiter gibt. Formaldienst hat nichts mit lang machen oder schreien zu tun. Eine geführte Mannschaft kann nur so gut sein wie der Kommandierende seine Befehle ausgibt. Grundstellung Die Grundstellung, durch das Kommando “Stillgestanden” befohlen, bedeutet: Der Feuerwehrmann zieht die linke Hacke an die rechte, wobei die Füße ca. 60 Grad auseinanderzeigen. Die Finger sind lang, wobei die Hand flach auf der jeweiligen Oberschenkelseite aufliegt. Der Feuerwehrmann steht gerade und der Blick ist Frei geradeaus. Analog zur Grundstellung ist das “Rührt Euch”. Hierzu bewegt sich der Feuerwehrmann beim gleichnamigen Kommando seinen linken Fuß ca. 20 cm nach links und Hände hinter seinem Rücken. Antreten Grundsätzlich treten mehr als 3 Feuerwehrmänner in einer Formation an. Bei bis zu 12 Feuerwehrmänner wird “in Linie zu zwei Gliedern” angetreten. Hierbei wird von rechts beginnend angetreten, hinzustoßende Feuerwehrmänner treten links in die Formation ein. Das bedeutet, dass die Feuerwehrmänner in der Reihe stehen, mit den Fußspitzen auf einer Höhe und mit der Front in Richtung des Vorgesetzten stehen. Ab 12 Feuerwehrmänner wird in der Regel “in Linie zu drei Gliedern” angetreten. Abzählen (Vollzähligkeit) Damit der Vorgesetzte über die Anzahl der Kameraden informiert ist, kann es unter Umständen erforderlich sein, die angetretene Mannschaft durch zählen zu lassen. Nichts ist schlimmer mit einem Mann weniger nach Hause zu kommen! Deshalb vor und nach dem Dienst/Einsatzende die Mannschaft durch zählen!!! Der Einheitsführer ist für die Vollzähligkeit und Unversehrtheit seiner Männer verantwortlich. Ausagen wie: ”Es waren ca. 12 Mann vor Ort”, ist eine schlechte  Aussage. Besser ist: “Wir waren mit 1/11 vor Ort”. Und wer jetzt noch alle mit Namen nennen kann ist ganz weit vorne! Also aufschreiben! Wichtig! Nach dem Komanndo: “Durchzählen” 1. Durchzählen nach Bundeswehr Dienstvorschrift Der Gruppenführer gegenüberstehende Kamerad beginnt, wobei der Zählende den aus seiner Richtung linken Nachbarn anschaut und nach Nennung seiner Nummer wieder gerade ausschaut. Dies erfolgt die erste Reihe hindurch. Der letzte in der ersten Reihe gibt seine Nummer laut bekannt und meldet: “Voll”, sofern alle angetretenen Gliederreihen (Rotte) hinter ihm gefüllt sind bedeutet 3x6=18 Kameraden Sind die Reihen nicht alle gefüllt, so wiederholt der letzte in der Reihe die Zahl seines Vorgängers (der die letzte volle Reihe hat) und nennt dann sich und ggf. vorhandene Hintermänner, z.B. d.h. 5x3 +1=16 d.h. 5x3 +2=17 2. mögliche, jedoch nicht rechtlich festgehaltene Alternative Die erste Reihe beginnt von rechts nach links, wobei der zählende seinen nächsten Nachbarn anschaut und nach Nennung seiner Nummer wieder gerade ausschaut. Der letzte in der Reihe gibt seine Nummer in die zweite Reihe, diese zählen von links nach rechts und geben die Anzahl in die dritte Reihe. Der letzte in der dritten Reihe gibt seine Nummer laut bekannt und meldet: “Durch”. Danach erfolgt die Meldung an den Einheitsführer z.B. durch den Gruppenführer. Der Marsch Um die Abteilung zum Marschieren zu befehlen, muss sie erst in Marschrichtung bewegt werden. Hierzu befiehlt der Vorgesetzte “rechts um”, wobei die Abteilung sich gleichzeitig um 90 Grad nach rechts dreht. Dabei wird mithilfe des linken Fußballens erst auf der rechten Hacke gedreht und der linke Fuß anschließend rangezogen. Daraufhin kann er entweder “ohne Tritt”- oder “im Gleichschritt” Marsch befehlen. Der Feuerwehrmann beginnt mit dem linken Fuß den Marsch. Um die Formation zu halten befiehlt er “Abteilung halt”. Das Kommando “Abteilung halt!” wird gegeben, wenn die Formation im Gleichschritt marschiert. Das Ausführungskommando wird beim Niedersetzen des rechten Fußes gegeben. der Feuerwehrmann macht auf “...-Halt!” noch einen Schritt, zieht den rechten Fuß heran und steht still.  Befehle Zu einem Befehl in der Formation gibt es immer ein Ankündigungs- und ein Ausführungskommando! Beispiel: 1. Zug (Ankündigung) oder Richt (Ankündigung) Stillgestanden (Ausführung) Euch (Ausführung) Befehlsbeispiele nach der Anordnung: 1. Zug vor dem Gerätehaus in Linie zu 3 Gliedern angetreten. Kommandos: 1. Zug vor dem Gerätehaus in Linie zu 3 Gliedern angetreten.  1. Zug       (Ankündigung) Stillgestanden (Ausführung) Richt      (Ankündigung) Euch      (Ausführung) Augen gerade  (Ankündigung) aus        (Ausführung) 1. Zug Rührt   (Ankündigung) Euch        (Ausführung) Oder: 1. Zug vor dem Gerätehaus in Linie zu 3 Gliedern angetreten.  1. Zug     (Ankündigung) Stillgestanden (Ausführung) Richt    (Ankündigung) Euch       (Ausführung) Augen gerade (Ankündigung) aus        (Ausführung) Zur Meldung an den Wehrführer Die Augen, alle wissen, der Chef kommt von der linken Seite (Ankündigung) links (Ausführung) Das weitere übernimmt dann der Chef. Grundsätzlich gilt: Der Blick richtet sich immer auf die Angekündigte Person, egal wo man gerade steht. Meldung: Hauptlöschmeister Meyer, ich melde den 1. Zug zum Dienstabend in Stärke von 21 Mann angetreten. Erwiderung des Wehrführers mit dem Befehl mit dem Dienst zu beginnen. Augen gerade (Ankündigung) aus (Ausführung) 1. Zug Rührt (Ankündigung) Euch (Ausführung)   ...zu drei Gliedern angetreten ... 6 / voll  5 / 1  5 / 2 Copyright © 2010-2017 Webteam JF Glückstadt     Stand 9/2017 seit 1962